Prüfung der Rechtmäßigkeit eines Verwaltungsaktes
Prüfung der Rechtmäßigkeit eines Verwaltungsaktes
vgl. Hofmann / Hildebrandt/ Gunia/ Zeissler, „Allgemeines Verwaltungsrecht mit Bescheidtechnik, Verwaltungsvollstreckung und Rechtsschutz“, 12. Auflage, RdNr. 391
Einleitungssatz (= Gutachtenfragestellung, mit Benennung der in Betracht kommenden Ermächtigungs-, bzw. Eingriffs oder Anspruchsnorm)
I. zur formellen Rechtmäßigkeit ggfs. anzusprechen:
1. Zuständigkeit [in Klausur nur sehr selten anzusprechen]
2. Verwaltungsverfahren
z.B.: - Ausgeschlossene Personen + Befangenheit [§§ 20, 21 VwVfG]
- Anhörung [§ 28 VwVfG]; falls Anhaltspunkte: § 45 Abs. 1 Ziff. 3 bzw. § 46 VwVfG]
3. (spezialgesetzliche) Form [z.B. § 20 Abs. 1 OBG NRW, § 49 a Abs.1 S. 2 VwVfG, § 75 Abs. 1 S. 2 BauO NRW; sonst § 37 Abs. 2-6 VwVfG]
4. Begründung [§ 39 VwVfG; u.U.: § 45 Abs. 1 Ziff. 2, § 46 VwVfG]
5. Bekanntgabe [§ 41 VwVfG, ggfs. Zustellung gem. LZG bzw. VwZG]
[Rechtsbehelfsbelehrung (§ 58 VwGO, § 37 Abs. 6 VwVfG, § 20 Abs. 2 OBG NRW) ist keine Frage der Rechtmäßigkeit; Rechtsfolge: „nur“ § 58 Abs. 2 VwGO]
II. zur materiellen Rechtmäßigkeit
1. Eingreifen einer (wirksamen) Ermächtigungs-(Eingriffs-/Anspruchs-)norm? [Deren Wirksamkeit ist in normaler AVR-Klausur nur selten problematisch]
2. Sind die Tatbestandsmerkmale dieser Norm erfüllt? [Hier liegt regelmäßig
S c h w e r p u n k t der Untersuchung in einer AVR-Klausur]
Soweit erforderlich: Auslegung der Ermächtigungs-(Eingriffs-/Anspruchs-)norm
Immer erforderlich: Subsumtion des Fall-Sachverhalts – bzw. des richtig aufgeklärten Lebenssachverhalts – unter die Tatbestandsmerkmale der Norm
[ggfs. Sonderfall: Beurteilungsspielraum]
3. Prüfung der Rechtsfolge
a) [falls keine gebundene Entscheidung]:
fehlerfreie Ermessensausübung [§ 40 VwVfG, § 114 VwGO]
b) ggfs. Verhältnismäßigkeit [ausdrücklich erwähnt – nur für den jeweiligen
dortigen Anwendungsbereich – z.B. in § 15 OBG, § 58 VwVG]
4. allgemeine Rechtmäßigkeitsanforderungen, z.B.:
a) ggfs. richtiger Adressat [§ 43 Abs. 1 S. 1 VwVfG]
b) ggfs. Bestimmtheit [§ 37 Abs. 1 VwVfG]
c) ggfs. tatsächliche bzw. rechtliche Unmöglichkeit
Aufbau eines (Erst-) Bescheides
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Aufbau eines (Erst-) Bescheides
vgl. Hofmann / Hildebrandt/ Gunia/ Zeissler, „Allgemeines Verwaltungsrecht mit Bescheidtechnik, Verwaltungsvollstreckung und Rechtsschutz“, 12. Auflage, RdNr. 361
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Absendebehörde
Absenderadresse Amt/Fachbereich/Dezernat Datum Aktenzeichen Bearbeiter / Zimmer Durchwahl / E-mail ggfs. Zustellungsvermerk Anschrift des Empfängers ............................ (bzw. des Bevollmächtigten/Anwalts) ............................
Betreff/Bezug
Überschrift [z.B. „Ordnungsverfügung“]
Sehr geehrte(r) Frau/Herr ...
[Tenor:] 1. Hauptentscheidung(en) [Grundverfügung], ggfs. mit Nebenbestimmung(en) [§ 36 VwVfG]
2. ggfs. Anordnung der sofortigen Vollziehung [§ 80 Abs. 2 Ziff. 4 VwGO]
3. ggfs. Zwangsmittelandrohung [§ 63 VwVG NRW]
4. ggfs. Gebührenfestsetzung [Spezialnorm]
Begründung [§ 39 Abs. 1 VwVfG], ggfs. keine Begründung, wenn Ausnahmefall nach § 39 Abs. 2 VwVfG, bzw. spezialgesetzlich, z.B. § 75 Abs.1 S.2 BauO NRW
I. Sachverhaltsdarstellung / „Tatsächliche Gründe“ [§ 39 Abs. 1 S. 2 VwVfG]
II. Rechtliche Gründe [zu jeder Tenor-Ziffer, s.o.]
1. formell: [Zuständigkeit und ggfs. Verfahrensfragen]
2. materiell: [Rechtsgrundlage/n benennen und den Sachverhalt unter diese Norm/en subsumieren. - Hier liegt regelmäßig der Schwerpunkt der Darlegungen.] [Subsumtion einschließlich ggfs. der Ermessensgesichtspunkte i.S. von § 39 Abs. 1 S. 3 VwVfG und ggfs. der Verhältnismäßigkeitserwägungen]
Rechtsbehelfsbelehrung [§§ 37 Abs. 6 VwVfG, 58, 70, 74, 80 Abs. 4 +5VwGO]
[ggfs. zusätzlich: Rat, Ergänzungshinweis, Informationsquelle]
Grußformel Im Auftrag / In Vertretung Unterschrift, Namenswiedergabe oder elektronische Signatur [§ 37 Abs. 3, § 3 a Abs. 2 S. 2 VwVfG]
ggfs. Anlage
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